Wölfe vs. ERC Lechbruck – 17.12.2021

Torspektakel mit unglücklichem Ende

(Romy Busch)

Zum zweiten Winter-Classic der Landesliga-Vorrunde wurden die Wölfe am letzten Freitag von den Flößern des ERC Lechbruck empfangen. Mit dem Ziel, sich für die 4:7-Hinspielniederlage zu revanchieren, reisten die Wörishofer ins Ostallgäuer Freiluftstadion.

Entsprechend motiviert kamen die Kneippstädter auch aus der Kabine – der Verlauf der ersten Spielminuten dürfte dennoch die Fans beider Lager überrascht haben: Nach rund vier Minuten brachten die Wölfe in Unterzahl den Puck über die linke Seite ins Lechbrucker Drittel. Dort spielte Patrick Münch nach einem gewonnenen Zweikampf dem freistehenden Christoph Heckelsmüller zu, der über den rechten Schoner des ERC-Goalies zum 0:1 traf (5.). Nur drei Zeigerumdrehungen später legte Christoph Heckelsmüller in Überzahl nach einem geblockten Schuss von Anton Hanke seinem Sturmkollegen Patrick Münch auf, der auf 0:2 erhöhte (8.). Die Gastgeber ließen sich davon allerdings nicht beeindrucken und drehten das Spiel bis zur 18. Minute mit drei Treffern zum 3:2 (10. – 1:2 durch Matthias Erhardt, 15. – 2:2 durch Tobias Dressel und 18. – 3:2 durch Loic Jarry). Zehn Sekunden vor der Pausensirene setzten sie ihrem Comeback noch die Krone auf, als Marcus Köpf in Unterzahl zum 4:2 einnetzte (20.)

Trotz des ernüchternden Zwischenstands ließen die Wölfe den Kopf nicht hängen und kehrten wie im ersten Drittel nach der Pause präsenter als ihre Gastgeber aufs Eis zurück. 59 Sekunden nach Wiederanpfiff setzte sich Franz Schmidt auf einen Pass von Moritz Egger im Eins-gegen-eins durch und erzielte den 4:3-Anschlusstreffer (21.). Kurz darauf kassierte der EVW-Kapitän nach einem schönen Kombinationsspiel mit seinen Sturmkollegen einen harten Check im Angriffsdrittel, wodurch die Scheibe jedoch zu Patrick Münch gelangte, der wieder Christoph Heckelsmüller zum 4:4-Ausgleich auflegte (25.). Wieder ließen die Hausherren allerdings nicht locker und stellten mit einem Doppelschlag innerhalb von acht Sekunden den alten Abstand wieder her (27. – 5:4 durch Matthias Erhardt und 27. – 6:4 durch Marek Hatas), mit dem es in die zweite Pause ging.

Auch im Schlussdrittel kamen die Wölfe stärker aus der Kabine: Nach einem gewonnenen Bully spielte Michal Telesz den Puck zu seinem Landsmann Michal Horký, der daraufhin zum 6:5 anschloss (43.). Dieses Mal folgte allerdings ein Treffer der Flößer zum 7:5 durch Marcus Köpf (45.), bevor die Wölfe erneut zum Zug kamen. Über Patrick Münch kam die Scheibe nochmals zu Christoph Heckelsmüller, der den ERC-Torhüter mit einem flachen Schuss tunnelte und durch das 7:6 seinen Hattrick vollendete (49.). Mit gewaltiger Angriffslust auf beiden Seiten setzte sich die körperbetonte Partie fort. In der 52. Minute entschieden die Unparteiischen innerhalb von nur zwanzig Sekunden zwei Mal auf Penalty. Michal Horký nutzte dabei die Chance zum 7:7-Ausgleich, während der Schuss des Lechbrucker Stürmers Frederic Abraham auf der Schiene des EVW-Goalies Benedict Schaller landete. Zwar waren die Wölfe in den letzten Minuten dieser brisanten und schnellen Partie dem Führungstreffer näher als dem Gegentor, nach einem kleinen Verteidigungspatzer setzten dennoch die Hausherren mit Patrick Völk in der 56. Minute den Schlusspunkt zum Endstand von 8:7.

In dieser torreichen Begegnung auf hohem Landesliga-Niveau präsentierten sich beide Mannschaften absolut auf Augenhöhe und boten den rund 140 Zuschauern sportliche Unterhaltung vom Feinsten. „Von der ersten bis zur letzten Minute war das Spiel nicht entschieden, sondern völlig offen“, resümiert EVW-Coach Markus Kiefl, der zwar die Chancenverwertung seiner Wölfe kritisiert, aber ihren Kampfgeist lobt: „Die Jungs haben zu keinem Zeitpunkt aufgegeben und mit harter Arbeit die Rückstände aufgeholt. Am Ende ging der Sieg auch an den etwas Glücklicheren.“

Strafen:
EV Bad Wörishofen: 10 Minuten
ERC Lechbruck: 6 Minuten